Leia Braunagel fliegt zur Europameisterschaft nach Tallinn

„Es lief für SCL Heel Diskus-Werferin Leia Braunagel bei den deutschen Meisterschaften in Koblenz überhaupt nicht rund. Trotzdem endete der Wettkampf für sie mit einem Strahlen im Gesicht. Mit Platz sechs bei den deutschen U23 Meisterschaften und 50,93 Meter blieb sie zwar unter ihren eigenen Erwartungen: “Ich habe mir selbst viel zu viel Druck gemacht”, kommentierte sie ihr eher bescheidenes Abschneiden. Trotzdem hat sie das Ticket für die U23 Europameisterschaften in Tallinn vom 8. bis 11. Juli jetzt sicher. (…)“

Leia Braunagel im DM Diskus-Finale Achte

„Die deutschen Meisterschaften in Braunschweig. Regen, Wind, Schmuddelwetter. Keine besonders guten Bedingungen für das Diskuswerfen. Die flache Scheibe ist den Windkapriolen gnadenlos ausgesetzt. Leia Braunagel ließen die äußeren Umstände „kalt“. Sie zog ihr Ding durch und machte gleich im ersten Versuch alles klar.
Den zirkelte sie auf 52,56 Meter. Damit ist schon fast alles gesagt und geschrieben. Die Weite reichte um als Achtplatzierte ins Finale einzuziehen. Da es im Endkampf für Leia keine Verbesserung mehr gab, konnte sie sich als U23 Werferin über einen achten Platz im Frauen-Finale durchaus freuen.
Wie Wurf-Serie zeigt inzwischen ihr sehr konstantes Leistungsvermögen. Zieht man einen ungültigen Wurf ab, so blieben alle weiteren Versuche über der 50 Meter-Marke (50,00 / 51,17 / 51,22 / 50,52). In der deutschen U23 Bestenliste hat sie mit diesem Wettkampf ihren aktuell dritten Platz verteidigt. Damit hat sie gute Chancen für die U23 Europameisterschaften im norwegischen Bergen nominiert zu werden. Die Würfel fallen in drei Wochen nach den deutschen U23 Meisterschaften in Koblenz. Dort hat Leia Braunagel dann durchaus eine Medaillenchance. In Braunschweig war sie immerhin die Zweitbeste unter den U23 Werferinnen.“

© ZDF

Leia Braunagel in Top-Form

„Beim Bundeskader-Wettkampf in Halle standen Deutschlands stärkste Diskus-Frauen im Ring. Leia Braunagel, U23, landete mit 53,18 Meter bereits im ersten Durchgang einen ambitionierten Wurf, der sie ihren zwei Zielen schon sehr nahe gebracht hat: Erfüllen der Norm für die U23 Europameisterschaften und neuer persönlicher Rekord. Es brauchte noch drei weitere Versuche, dann waren beide Ziele erreicht. Als Achtplatzierte schaffte sie gerade noch den Einzug ins Finale. Dort hatte sie dann im vierten Durchgang mit 54,46 Meter ihren Rekordwurf. Drei lange Jahre musste sie auf diese Verbesserung um einen Zentimeter warten, dazwischen lag eine langwierige Schulter-Verletzung und das große Bangen, ob sie den Anschluss an die Spitze noch einmal schaffen wird. (…) „

Leia Braunagel beherrschte die Flugshow

„Die Bedingungen bei den Kader-Diskuswettkämpfen im Aumattstadion waren alles andere als optimal. Regen und wechselnde Winde ließen zwar eine Flugshow aber keine Höhepunkte zu. Landestrainer Lutz Klemm am Ende: „Wir hätten uns alle etwas mehr erwartet“. Das war aber bei diesen wechselnden Wetterbedingungen nicht machbar. Es gab jede Menge Würfe über die 50 Meter, die Stadionrekorde blieben aber in diesem Jahr unangetastet.
Bei den U23 Damen ist Leia Braunagel die Revanche gegen ihre Trainingspartnerin Antonia Kinzel (SSV Ulm) in beiden Wettkämpfen geglückt. Die Baden-Badener Diskus-Queen warf extrem konstant über 50 Meter und behielt bei den Damen in beiden Wettkämpfen die Oberhand.“

Wie Corona mein Leben als Sportlerin beeinflusst hat.

„Um meine sportliche Karriere mache ich mir schon Gedanken. Wenn ich nicht die Möglichkeit habe zu trainieren und Wettkämpfe zu bestreiten, damit ich meine Normen werfen kann, wird es immer schwieriger den nächsten Schritt zu gehen (also wirklich professionell Sport zu machen). Als Nachwuchskader-Athlet hat man nicht so viele Möglichkeiten Sponsoren anzuwerben. Wenn die Firmen Probleme durch die Pandemie bekommen, werden sie kein Geld mehr für den Sport übrighaben. Ich lebe für den Wettkampf, vom Gefühl etwas geschafft zu haben, von der Aussicht auf Erfolge, vom täglichen Training, vom Adrenalin. Das alles fällt erst einmal weg. Man hat sich dann natürlich nicht nur mit seiner sportlichen Zukunft auseinandergesetzt, sondern auch mit sich selbst persönlich. Ich habe gelernt mehr meinen eigenen Weg zu gehen und auf mich selbst zu hören und das hat dann natürlich auch meinen sportlichen Ehrgeiz beeinflusst.“